Das Studentendasein: Studieren an der Uni, wohnen in einer Studenten-WG im Studentenwohnheim, lockeres Leben (brauche seit einiger Zeit auch keine Veranstaltungen mehr besuchen, also eigentlich extrem locker!), immer was los, Parties, zwischendurch lernen, unaufhörliches Arrangieren mit Mitbewohnern, die einem einfach so von Zeit zu Zeit vom Studentenwerk in die Wohnung gesetzt werden, immer irgendwelche Leute in der Wohnung, ständig knapp bei Kasse sein, …
Mir ist in den letzten Tagen wieder bewusst geworden, dass ich keine große Lust mehr auf diese Situation habe. Das Studium ist zwar eine Erfahrung sondergleichen und so ein WG-Leben ist wirklich prägend. Man kommt mit Menschen in Kontakt, mit denen man anfangs willkürlich zusammengewürfelt wird, mit denen man sich ständig arrangieren und zusammenleben muß. Es gibt Menschen, die einem einfach in die Wohnung gesetzt werden, die einem vielleicht garnicht so sympathisch sind, die vielleicht völlig fern der eigenen Weise und Lebensauffassung handeln. Menschen, die man nicht versteht. Menschen, denen man Grenzen aufzeigen muß, mit denen man unausweichlich in Konflikt gerät, die jedoch auch am nächsten und übernächsten Tag noch da sind und denen man nicht aus dem Weg gehen kann. Die Erfahrungen die man dabei macht und die sozialen Kompetenzen, die man erlangt, wenn man sich den Auseinandersetzungen stellt und nicht aufhört, nach kompromissfähigen Lösungen zu suchen, sind von unschätzbarem Wert.
So ein WG-Leben in einem Studentenwohnheim hat aber auch seine angenehmeren Seiten. Wenn man ein wenig willens ist, kann man sehr schnell sehr viele interessante Leute kennenlernen. Man kann sehr gute Freunde finden, hat immer jemanden, mit dem man reden kann und ist nie wirklich allein. Diesen Aspekt habe ich sehr zu schätzen gerlernt. Was einem auch immer gerad beschäftigen mag, zu Hause gibt es jemanden, der einem zuhört, dessen Meinung man einholen kann und mit dem man gepflegt diskutieren kann. Das ist es, was ich wohl am meisten vermissen werde.
Trotzdem fühle ich innerlich, dass die Zeit gekommen ist, in der das Studentendasein langsam ein Ende haben sollte. Es ist Zeit für einen neuen Abschnitt, Zeit, unabhängig zu sein, Zeit um auf eigenen Füßen zu stehen und sich etwas eigenes aufzubauen, Zeit, sich zu lösen und offen für neues zu sein!