
Ich bin vor ein paar Tagen zufällig auf die Buskampagne gestoßen, als ich mal wieder nach aktuellen Verbindungsdaten des öffentlichen Verkehrsnetzes auf dem Internetangebot der EVAG recherchieren musste.
Bei der Buskampagne handelt es sich um eine deutschlandweite Aktion einer säkularen Bewegung auf angemieteten Werbeflächen der öffentlichen Verkehrsmittel Banner mit Sprüchen wie
„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.“
anzubringen. Allein die Ankündigung dieses Vorhabens brachte zutiefst negative Resonanzen ein und stieß auf massenhafte Ablehnung. Auch die EVAG zog eine bereits gegebene Zusage mit folgender Begründung zurück:
Auf ihrer Website www.buskampagne.de hatten die Initiatoren der Kampagne angekündigt, dass die Essener Verkehrs-AG die Busbeklebung für die atheisitische Kampagne auf ihren Busse zugesagt habe. Diese Ankündigung und die ähnlich lautende Medienberichterstattung führte daraufhin zu massiven Kundenbeschwerden, die u.a. den Boykott der Dienstleistung zum Inhalt hatten. Dazu Olaf Frei, stellv. Pressesprecher der EVAG: „Diese Beschwerden legen für uns nahe, dass die EVAG mit Umsatzeinbußen und Kündigungen von Abonnements rechnen müsste. Als kommunales Nahverkehrsunternehmen mit den bekanntlich schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können wir diese Umsatzeinbußen nicht in Kauf nehmen. Wir mussten deshalb unsere Zusage zurücknehmen.“.
Ich frage mich, warum es diese durchweg ablehnende Haltung, ja gar Aufregung über diese geplante Kampagne gibt. Was unterscheidet diese Kampagne von anderen Werbekampagnen? Ständig sieht man in U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen, etc. Werbebanner von religiösen Organisationen/Gruppen mit Sprüchen wie „Jesus rettet.“ oder „Gott hilft!“, etc., warum sollte da gerade die Buskampagne ausgeschlossen werden? Ich finde, diese säkulare Bewegung hat das gleiche Anrecht auf sich aufmerksam zu machen wie jede andere, insbesondere religiöse Organisation/Bewegung auch.
Ich sehe die Buskampagne als eine Bereicherung, mit ihren vorsichtig und harmlos formulierten Spruchbannern auch eine visuelle Bereicherung des Alltags. Viel wichtiger finde ich aber den pädagogischen Effekt einer solchen Aktion. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Banner, insbesondere bei Schülern und Jugendlichen, dazu führen könnten sich intensiver mit dem Thema Glauben und Religion auseinanderzusetzen und einige aus ihrer vielleicht eingeschränkten Sicht herausrütteln, sie dazu bewegen mal „einen Blick über den Tellerrand“ zu erhaschen. Dieser Aspekt kann nur äußerst begrüßenswert sein, für alle Beteiligten.
Quellen:
EVAG-Pressemeldung
Homepage Buskampagne